Im heutigen Beitrag möchten wir uns wieder einem klassischen Finanzierungsthema widmen. Oft werden wir gefragt, wo denn die Unterschiede bzw. Vorteile sind, wenn eine Investition über Leasing anstatt über ein klassisches Bankdarlehen finanziert wird.
Wie immer gilt: Eine pauschale Aussage, ob Leasing oder ob eine klassische Bankfinanzierung für ein Unternehmen besser ist, lässt sich nicht treffen. Doch vorweg:
Was genau ist Leasing?
Leasing ist in vielen Punkten mit einer Art Miete zu vergleichen, wenngleich es Unterschiede gibt. Leasing stellt daher eher eine Gebrauchsüberlassung auf Zeit dar für die ein Entgelt vom Leasingnehmer bezahlt wird.
Ein Unterschied im Vergleich zur Miete besteht darin, dass der Leasingnehmer in aller Regel das konkrete Wirtschaftsgut bestimmt bzw. aussucht, welches dann vom Leasinggeber finanziert werden soll. Damit geht auch die Initiative vom Leasingnehmer aus.
Erwähnenswert ist des Weiteren, dass der Leasingnehmer auch dafür Sorge trägt, dass die Funktionsfähigkeit des Leasinggutes während der Leasinglaufzeit aufrechterhalten wird. (Anmerkung: Bei einer reinen Miete wäre hier der Vermieter zuständig.)
Welchen Mehrwert kann Leasing bieten?
Kommen wir nun zu einer wesentlichen Frage: Welchen Mehrwert können Sie ggf. durch Leasing für Ihr Unternehmen im Vergleich zur klassischen Bankfinanzierung erzielen?
- Keine Belastung der Eigenkapitalquote
Sofern Sie eine klassische Investition tätigen und diese mit einem Darlehen refinanzieren, ergibt sich eine Verlängerung Ihrer Bilanzsumme – Aktiva sowie Passiva. Hierdurch verändert sich zwar das absolute Eigenkapital in Ihrer Bilanz nicht.
Die bilanziell so wichtige Eigenkapitalquote (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme x 100) sinkt aber aufgrund des Bilanzsummenwachstums dennoch. Die bilanzielle Einschätzung Ihres Unternehmens aus externer Sicht wird dadurch – bezogen auf die Eigenkapitalquote – schlechter.
Im Rahmen eines standardisierten Ratingprozesses würde dies isoliert bedeuten, dass aufgrund der unveränderten Eigenkapitalquote bei einer Investitionstätigkeit die Ratingnote eines Unternehmens nicht verändert würde. Dem ist in aller Regel nicht so. Viele Ratingsysteme binden in ihre Beurteilung nicht nur die Eigenkapitalquote, sondern beispielsweise auch eine Miet-/Leasingquote mit ein. Der Vorteil, den Leasing aufgrund der Bilanzneutralität für die Eigenkapitalquote bietet, wird aber mit dem Nachteil einer erhöhten Miet-/Leasingaufwandsquote erkauft. Aufgrund einer erhöhten Verschuldung (wenn auch über Rating) dürfte sich zwangsläufig auch bei einer Leasingfinanzierung die Rating-Einstufung Ihres Unternehmens verschlechtern.
- Erwerbsnebenkosten sind als Aufwand abziehbar
Handels- sowie steuerrechtlich ist es zwingend erforderlich, die mit der Anschaffung verbundenen Nebenkosten mit dem Anschaffungsgut selbst zu aktivieren. Dies bedeutet, dass diese Nebenkosten nicht zum Zeitpunkt des Erwerbs als Aufwand abgesetzt werden können, sondern – wie die Anschaffung des eigentlichen Wirtschaftsgutes selbst – über die gesamte Abschreibungsdauer verteilt werden.
Leasing bietet hier den Vorteil, dass die Nebenkosten sofort im Jahr der Anschaffung als Betriebsausgabe in voller Höhe abgesetzt werden können. Hieraus resultieren Steuervorteile, sofern eine gute Ertragslage vorhanden ist.
- Generierung von Einkaufsvorteilen
Manche Leasinggesellschaften werben zudem damit, dass – sofern der Kauf des Leasinggutes über die Leasinggesellschaft direkt erfolgt – diese bessere Einkaufskonditionen realisieren kann. Dieser Einkaufsvorteil wird dann zu einem Großteil an den Leasingnehmer weitergegeben. Ein klassisches Beispiel hierfür sind PKW-Finanzierungen, die über den Leasinggeber getätigt werden.
Weitere Mehrwerte der Finanzierungsform Leasing erfahren Sie in der nächsten Folge. Zudem zeigen wir auch einige Nachteile dieser Finanzierungsform auf.


