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Beitrag 351 – Welche Bedeutung hat die Geldumschlagsdauer im Rahmen der KWP und der MaRisk – Teil 1

Heute möchten wir uns mit diesem Beitrag erneut an Mitarbeitende aus dem Sparkassen- und Bankensektor wenden. Als die MaRisk im Jahr 2023 wieder einmal novelliert wurde, rückte ein Thema stärker in den Vordergrund, welches bisher oftmals hinsichtlich seiner Bedeutung unterschätzt wurde. Die Geldumschlagsdauer.

Bekannterweise kann die Kapitaldienstfähigkeit eines Unternehmens nur dann positiv bejaht werden, wenn ein in die Zukunft berücksichtigender Cashflow ausreicht, den Kapitaldienst zzgl. der Entnahmen/Ausschüttungen, EE-Steuern sowie eine angemessene Reinvestitionspauschale nachhaltig zu bedienen. 

Naturgemäß resultieren hieraus diverse Fragestellungen, die insbesondere die Unternehmenszukunft betreffen. Eine Frage lautet: Welche Cashflow-Höhe kann – bezogen auf die Zukunft – als nachhaltig angesehen werden? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten und je nach Auslegung auch Ansichtssache.

Unabhängig davon werden im Rahmen der Kapitaldienstfähigkeitsberechnung eigentlich Äpfel mit Birnen verglichen. 

Zu den Äpfeln: Der Cashflow wird aus der Ertragslage des Unternehmens abgeleitet. Er stellt folglich einen Indikator für die Rentabilität des Unternehmens dar. Letztendlich spiegelt dieser das Betriebsergebnis ohne Abschreibungen wider. Mehr nicht.

Zu den Birnen: Die hiervon in Abzug gebrachten Größen, wie Kapitaldienst, Ausschüttungen usw., sind dagegen echte Cash-Größen.

Halten wir fest: In der Kapitaldienstfähigkeitsberechnung wird folgende Frage beantwortet: 

Reicht die Ertragskraft eines Unternehmens aus, um den Kapitaldienst zu decken? 

Ahnen Sie vielleicht, wo das Problem liegen könnte? Genau: Wenn die Ertragskraft kontinuierlich zufließt, dann ist auch der Cash da, den Kapitaldienst zu decken.

Genau hier setzt die Geldumschlagsdauer an. 

Es reicht nicht allein aus, die Frage der Ertragsstärke (reicht die Ertragskraft aus, um den Kapitaldienst zu decken?) positiv zu bejahen. 

Vielmehr ist auch – bezogen auf die Zukunft – zu verifizieren, inwieweit nicht andere Faktoren einen Anstieg der Kapitalbindung bewirken, die letztendlich – obwohl ertragsseitig ein ausreichend hoher Cashflow erwirtschaftet wird – doch dazu führen, dass eine angemessene Cash-Höhe doch nicht erzielt werden kann. 

Sie zweifeln etwas? Lassen Sie uns dies mit einem kleinen Beispiel thematisieren. 

Fall 1: Das Unternehmen verkauft Waren ohne Zahlungsziel und erhält aber bei seinen Lieferanten ein Zahlungsziel von 90 Tagen. Hieraus resultiert ein Rohertrag von X, aus dem sich nach Abzug aller übrigen Kosten ein Ergebnis und auch eine Cashflow ableiten lässt. So weit, so gut. 

Fall 2: Unternehmen B verkauft die gleichen Waren zu identischen Preisen, muss aber seinen Kunden ein Zahlungsziel von 90 Tagen einräumen. Im Gegenzug erwarten die Lieferanten aber, dass der Wareneinkauf direkt bezahlt wird – ohne Zahlungsziel. Wenn auch die Einkaufskonditionen identisch sind mit denen vom Unternehmen A resultiert hieraus in etwa ein gleich hoher Rohertrag, der bei einer ungefähr identischen Kostenstruktur auch über das Betriebsergebnis zu einem ähnlich hohen Cashflow führt. 

Die Schlussfolgerung

Lassen Sie uns festhalten: Der Cashflow von Unternehmen A und Unternehmen B ist mehr oder minder gleich hoch. Folglich würde die Berechnung der Kapitaldienstfähigkeit auch zu einem mehr oder minder identischen Ergebnis führen. 

Wenn Sie beide Unternehmen unter dem Aspekt Cash, d. h. Liquidität, betrachten, dann dürften Sie zu einer gänzlich anderen Einschätzung kommen. 

Im ersten Fall (das Unternehmen verkauft ohne Ziel und bekommt ein nennenswertes Zahlungsziel beim Einkauf) dürfte praktisch kein Vorfinanzierungsbedarf bestehen. 

Im zweiten Fall sieht es gänzlich anders aus, da die Umsatzerlöse durch das eingeräumte Zahlungsziel liquiditätsseitig vorfinanziert werden müssen, obwohl auf der anderen Seite die Lieferanten eine Bezahlung per Sicht verlangen. Dass das Unternehmen B dann einen nennenswerten Vorfinanzierungsbedarf hat, dürfte ohne Frage sein. 

Was bedeutet dies nun konkret für die Kreditwürdigkeitsprüfung? Dies erfahren Sie in der nächsten Folge.

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PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Insgesamt war er über 40 Jahre in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor

WIE DER VATER SO DER SOHN

Es ist ein bewegender Moment, wenn ein Brandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr stolz auf seinen Sohn blickt, der wie sein Vater, im Ehrenamt tätig ist. Die Freiwilligen Feuerwehren sind nicht nur eine Institution des Schutzes und der Sicherheit, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Wenn die nächste Generation bereit ist, sich diesem wichtigen Ehrenamt anzuschließen, spricht das Bände über den Geist der Hingabe und des Dienstes, der in dieser Familie herrscht.
Es ist eine Quelle der Freude und des Stolzes für den Brandinspektor zu sehen, wie sein Sohn aktiv an der Sicherheit für Menschen, Hab & Gut teilnimmt und das Erbe der Feuerwehr weiterträgt.