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Beitrag 356 – Die Signa-Pleite – oder: Was wir daraus für die Bonitätseinschätzung mittelständischer Unternehmen lernen können – Teil 2

Bereits im letzten Beitrag haben wir über die Signa-Pleite des Unternehmers René Benko berichtet. Uns ging es nicht darum, die Einzelheiten der Insolvenz aufzuzeigen. Einige Facetten dieser großen Pleite sind auch bei mittelständischen Unternehmen festzustellen. Wir möchten im zweiten Teil dieses Beitrags ausgewählte Aspekte vorstellen, die auch als Risikoindikatoren bei mittelständischen Unternehmen festzustellen sind. 

  1. Der perfekte Außenauftritt

Ich kann mich noch gut an eine Aussage eines Abteilungsdirektors erinnern, der zu meiner Bankenzeit mein Vorgesetzter war. 

Er sagte sinngemäß: Je nobler die Bilanz in Leder und Gold eingebunden ist, desto schlechter sind die Zahlen. Diese Aussage bezog sich sicherlich nicht nur auf die reine Papierform des Jahresabschlusses, sondern vielmehr auf das Auftreten der handelnden Personen. 

Bekannte, aber auch schillernde Persönlichkeiten, wie Jürgen Schneider, Manfred Schnieder oder René Benko ist eines gemeinsam: Sie traten opulent auf und blendeten damit die Investoren sowie Gläubige. 

René Benko beispielsweise mietete sich bereits zu seinen Anfängen hochwertige Sportwagen Typ Ferrari und Co., um damit bei potenziellen Investoren vorzufahren. Das, was man durchaus als Protz einschätzen kann, wurde in aller Regel als große wirtschaftliche Potenz fehlgedeutet. Ähnliches wird auch von den insolventen Unternehmen Flotex und Schneider berichtet. 

Was können wir daraus lernen?

Eine gesunde Bodenständigkeit ist durch nichts zu ersetzen. Dies gilt insbesondere für den Mittelstand. 

Erlauben Sie mir abschließend eine These: Muss es unbedingt bei den Großunternehmen krachen, damit wir als Mittelstand wach werden?

Sicherlich nicht. 

René Benko und die Signa-Gruppe sind ein extremes Beispiel dafür, wie ein sehr schneller kometenhafter Aufstieg, aber auch ein rasanter Abstieg „gelingen“ kann. Die o. a. Punkte sind leider seit vielen Jahren bewährt. Das muss doch nicht sein, oder?

Top-Unternehmen und deren Geschäftsführer treten seriös auf. 

Lassen Sie sich nicht durch zu perfekten Schein blenden. Schauen Sie eher einmal hinter die Fassade. 

Unsere Erfahrung: Bodenständigkeit ist großem Protz vorzuziehen. 

Dies ist wie mit den Zahlen so. Eine in Gold eingebundene Bilanz ist meistens schlecht. 

  1. Die richtigen Kontakte

René Benko ist es gelungen, durch immer größer werdende Volumina, die er an die Signa-Holding „gedreht“ hat, in immer potentere Investoren- und Bankenkreise vorzudringen. Das führte dann automatisch schon zu einer Bonitätsverbesserung

Denn wenn Investor A bereits Kapitalanteile bei dem Unternehmen hält und dieser in ausgewählten Kreisen verkehrt, wird das Unternehmen bzw. die handelnden Kreise entsprechend „rumgereicht“. 

Nicht, dass Sie dies falsch verstehen. Gute, seröse Kontakte sind wesentlich. Das Wirtschaftsleben kann nur in einem guten Netzwerk funktionieren. 

Aber: Oftmals verlassen sich die Kontakte lieber gegenseitig aufeinander. Wenn die Bonität von Bank A oder Investor A geprüft wurde, kann muss der Kunde wohl gut sein. 

Dies kann ein Trugschluss sein. 

Vielen wird auch der Bauunternehmer Josef Esch noch etwas sagen. Herr Esch war ein einfacher Maurermeister, der es bis in die höchsten Kreise betuchter Investoren geschafft hat. So gründete er beispielsweise 1992 die Oppenheim Esch Holding, die bekannte Bauprojekte wie die Lanxess-Arena oder aber den Neubau der Kölner Messe realisierte. Auch hier sind Parallelen zur Sigma-Pleite und zum Auftritt des Rene‘ Benkos festzustellen.

Was können wir daraus lernen?

Bilden Sie sich stets eine eigene Meinung zu dem Unternehmen, aber auch der handelnden Persönlichkeit unabhängig davon, in welchen Kreisen dieser verkehrt. Die Meinung des Mainstreams, auch in guten anerkannten Kreisen, nicht zu teilen, muss nicht immer schädlich sein. Auch wenn es unbequem ist. 

Es war Ihnen bis hier eine Freude, unseren Ausführungen zu folgen? Fein, dann bleiben Sie am Ball. Im nächsten Beitrag werden wir weitere Aspekte zum Thema „Was können wir aus der Signa-Pleite des René Benko lernen?“ darstellen. 

Seminare

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PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Insgesamt war er über 40 Jahre in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor

WIE DER VATER SO DER SOHN

Es ist ein bewegender Moment, wenn ein Brandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr stolz auf seinen Sohn blickt, der wie sein Vater, im Ehrenamt tätig ist. Die Freiwilligen Feuerwehren sind nicht nur eine Institution des Schutzes und der Sicherheit, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Wenn die nächste Generation bereit ist, sich diesem wichtigen Ehrenamt anzuschließen, spricht das Bände über den Geist der Hingabe und des Dienstes, der in dieser Familie herrscht.
Es ist eine Quelle der Freude und des Stolzes für den Brandinspektor zu sehen, wie sein Sohn aktiv an der Sicherheit für Menschen, Hab & Gut teilnimmt und das Erbe der Feuerwehr weiterträgt.