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Beitrag 357 – Die Signa-Pleite – oder: Was wir daraus für die Bonitätseinschätzung mittelständischer Unternehmen lernen können – Teil 3

In der heutigen dritten Folge kommen wir wieder auf die Unternehmenspleite des Signa-Konzerns zu sprechen. Lassen Sie uns kurz rekapitulieren, welche Aspekte bisher von uns bereits thematisiert wurden:

  • Die Jahresabschlüsse wurden viel zu spät erstellt. Der Außenauftritt des Konzerns, vor allem des Unternehmers war so perfekt, dass viele Banken und Gläubiger dadurch geblendet wurden.
  • Ein gutes belastbares Netzwerk ist zwar wirtschaftlich sinnvoll. Es kann aber dazu führen, dass sich der eine Investor oder die eine Bank mehr oder minder automatisch auf den anderen Investor, die andere Bank verlässt und dies letztendlich zu einer Eigendynamik und Aufwerten des Unternehmens führt. 
  • Sollte der Außenauftritt der handelnden Personen eines Unternehmens zu perfekt (oder „großspurig“) sein, dann ist Vorsicht geboten.

Sie denken, das war es an Negativindikatoren? – Weit gefehlt. Es geht weiter.

  1. Zu viele Köche verderben den Brei

In der Signa-Holding waren mehr als 1.000 Unternehmen angesiedelt. Dort den Überblick zu behalten ist bereits bei top aufgestellten Unternehmen gar nicht so einfach. Das Rechnungswesen muss entsprechend transparent sein, um seine Führungs-, Steuerungs- und Leitungsfunktion auch ausüben zu können. 

Wir mussten bei unseren mittelständischen Mandanten oftmals die Erfahrung sammeln, dass je mehr Unternehmen da waren, die Transparenz über die wirtschaftlichen Verhältnisse abnahm. 

Aus Unternehmenssicht heißt das: Überlegen Sie, ob nicht eine dezidierte Profitcenterrechnung innerhalb eines Unternehmens durchaus einem eigenen Rechtsgräger vorzuziehen ist. Achten Sie insbesondere darauf, dass Verrechnungen innerhalb dieser Unternehmen auch zu adäquaten, marktgegebenen Preisen erfolgen. 

Was können wir daraus lernen?

Für die Bankerinnen und Banker unter Ihnen gilt: Akzeptieren Sie – neben den Einzelabschlüssen – nur konsolidierte Zahlen für die Bonitätseinschätzung. Dies gilt auch dann, wenn die Unternehmen juristisch nicht konsolidierungspflichtig sind. Oftmals wird beispielsweise durch eine etwas andere Gesellschafterstruktur eine vorhandene Konsolidierungspflicht bewusst unterlaufen. 

  1. Papier ist geduldig

Vielleicht ist der ein oder andere unter Ihnen schon einmal in M&A-Transaktionen involviert gewesen. Sie können noch so schön einen Unternehmenswert berechnen. Welcher Verkaufserlös letztendlich erzielt wird, hängt am Ende an Angebot und Nachfrage. Wie heißt es doch so schön: Papier ist geduldig. Ein Geduldsfaden kann aber auch reißen. 

Die Signa-Gruppe hat einen Großteil ihres Ertrages mit der Projektentwicklung von Immobilien generiert. So wurden beispielsweise gezielt Immobilien erworben, um diese dann teilweise auf dem Papier entsprechend zu entwickeln. Was spricht beispielsweise dagegen; bei einer gewerblichen Liegenschaft zu überlegen, das Parkhaus abzureißen und stattdessen hier ein Hochhaus mit lukrativen Luxuswohnungen oder Büroräumen zu errichten? 

Auf dem Papier wurden Immobilien so deutlich mehr Wert, sofern entsprechende Berechnungen vorgelegt wurden. Ob hierfür eine entsprechende Marktnachfrage überhaupt vorlag oder aber alle baurechtlichen Auflagen auch erfüllt werden können, war zunächst mal (fast) irrelevant. Je besser ein Objekt auf dem Papier entwickelt wurde, desto höher sind auch die theoretisch erzielbaren Mieten. Dies wiederum führt zwangsläufig im Rahmen des sogenannten Ertragswertverfahrens zu einem (rechnerisch) höheren Objektwert. 

Dieser höhere Objektwert konnte dann im Benko-Fall wieder dafür genutzt werden, optisch bessere Sicherheiten den Investoren anzubieten, um damit weitere, frische Gelder zu akquirieren. 

So lange die liquiditätsseitige „Abbrandrate“ bei nicht rentablen Projekten kleiner war, als die Neugewinnung von frischer Liquidität, funktionierte dieses System perfekt. Mit Nachhaltigkeit hat dies nichts zu tun. Es ist ein Schneeballsystem, was irgendwann einmal eine Lawine auslöst. Wann die Lawine allerdings losgetreten wird, steht zunächst einmal völlig in den Sternen. 

Was können wir daraus lernen?

Auch wenn wir sicherlich kein Spezialist für Immobilien sind, gilt eine Binsenweisheit: Die Wertschätzung einer Immobilie bleibt immer subjektiv. Zudem sind Taxen nie vor Manipulationen gefeit. An dieser Stelle sei an den Baulöwen Schneider verwiesen, der durch die Angabe falscher Quadratmeterflächen die finanzierenden Banken in die Irre führte. Die rechnerischen Immobilienwerte stiegen, die Beleihungswerte auch. Natürlich war hier auch Betrug im Spiel. 

Spannend, oder? Wir finden schon und genau darum werden wir das Thema im nächsten Beitrag nochmals final aufgreifen.

Seminare

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PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Insgesamt war er über 40 Jahre in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor

WIE DER VATER SO DER SOHN

Es ist ein bewegender Moment, wenn ein Brandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr stolz auf seinen Sohn blickt, der wie sein Vater, im Ehrenamt tätig ist. Die Freiwilligen Feuerwehren sind nicht nur eine Institution des Schutzes und der Sicherheit, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Wenn die nächste Generation bereit ist, sich diesem wichtigen Ehrenamt anzuschließen, spricht das Bände über den Geist der Hingabe und des Dienstes, der in dieser Familie herrscht.
Es ist eine Quelle der Freude und des Stolzes für den Brandinspektor zu sehen, wie sein Sohn aktiv an der Sicherheit für Menschen, Hab & Gut teilnimmt und das Erbe der Feuerwehr weiterträgt.