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Beitrag 358 – Die Signa-Pleite – oder: Was wir daraus für die Bonitätseinschätzung mittelständischer Unternehmen lernen können – Teil 4

Wir hätten auch nicht gedacht, als wir die ersten Zeilen unserer kleinen Reihe zum Thema „Was können wir aus der Sigma Pleite lernen?“ starteten, uns dies insgesamt vier Beiträge lang beschäftigt. (Dann soll es aber auch gut sein.).

Die wesentlichen Erkenntnisse aus der letzten Folge waren:

  • Je mehr Unternehmen involviert sind, desto wichtiger ist eine hohe Transparenz im Rechnungswesen. Zu viele Köche verderben den Brei. Das zeigt sich immer wieder. Oftmals ist die betriebswirtschaftlich notwendige Transparenz nicht gegeben. 
  • Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Dies gilt sowohl für vorläufige Zahlen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen, endgültige Jahresabschlussdaten, aber auch Immobilienbewertungen. 

Lassen Sie uns unsere Reihe mit einem letzten, sechsten Aspekt abschließen.

  1. Unsaubere Vermögensübertragungen

Die sich im Trendablauf negativ entwickelnden wirtschaftlichen Verhältnisse können zu einem Kreativitätsschub bei den Kapitaleignern in der Weise führen, dass die Idee reift: Wenn es knallen sollte, dann bitte nicht oder nur zum Teil bei mir, sondern primär bei den Gläubigern.

Es wird weniger Zeit darin investiert, das Unternehmen zu restrukturieren, sondern vielmehr, Restvermögen aus dem Unternehmen in den Privatbereich zu verlagern. 

Bei großen Vermögenswerten sind Stiftungen ein beliebtes Mittel hierzu. Die Transaktion wird so geschickt getarnt, dass es bewusst keine wirtschaftlichen Verpflichtungen zwischen dem Unternehmen und der Stiftung gibt. Die Stiftung ist formal selbstständig und autonom in ihren Entscheidungen. Hinter den Kulissen bleiben die Strippen aber fest in der Hand desjenigen, der das Vermögen übertragen hat. Natürlich muss es nicht immer nur die Stiftung sein. 

Eine flotte Schenkung, fingierte Rechnungen Dritter, die die Liquidität und den Aufwand des Unternehmens belasten oder auch die Übertragung von später wichtigen immateriellen Gegenständen, wie beispielsweise Patente, Lizenzen oder Marken sind gleichfalls probate Mittel Vermögen zu transferieren. René Benko war auch bei den o. g. Möglichkeiten recht kreativ. 

Die größte Verschiebung des Signa-Konzerns bestand sicherlich darin, dass beispielweise bei der Warenhauskette Galeria Kaufhof die Mieten an den Standorten in der Krise nicht reduziert, sondern erhöht wurden. Dadurch konnte Vermögen auf andere Gesellschaften transferiert werden. 

Zudem verbesserte sich die wirtschaftliche Situation bei den Betriebsgesellschaften, weil die Arbeitnehmer zu erhebliche Gehaltszugeständnisse „bereit“ waren und der Staat zu einem späteren Zeitpunkt auch Insolvenzausfallgeld bezahlt.

Was können wir daraus lernen?

Die Gefahr der Vermögenübertragung steigt exponentiell zur Verschlechterung der Bonität. Immer wieder konnten wir feststellen, dass beim langsamen Siechtum der mittelständischen Verhältnisse auch in aller Regel die Sorge der Gesellschafter steigt, einen Ausfall zu erleiden. Die Neigung, Vermögen in die Privatsphäre zu verlagern steigt dadurch zwangsläufig. Sind Sie also als Hausbank und Gläubiger besonders wachsam, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern. 

Lassen Sie uns ein kurzes Fazit ziehen:

Sicherlich gehört die Pleite des Signa-Konzerns zu den traurigen Kapiteln der Wirtschaftsgeschichte. Einmal mehr zeigte sich aber, dass ein perfekter Außenauftritt in Kombination mit einem eloquenten Unternehmer und ein Weiterreichen in den richtigen Kreisen zu einem ungeahnten Aufstieg geführt hat. Die von uns in den letzten Beiträgen angeführten Beispielen sollen eines zeigen: Dies betrifft nicht nur große Konzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen. 

Eine gesunde Skepsis gepaart mit einem guten Menschenverstand kann nie schädlich sein. Im Zweifelsfall ist ein klares Nein besser als ein Ja mit Bauchschmerzen. Diese Aussage gilt sowohl für Investoren/Kapitaleigner und Unternehmer, aber auch für die Kreditgeber gleichermaßen.

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PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Insgesamt war er über 40 Jahre in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor

WIE DER VATER SO DER SOHN

Es ist ein bewegender Moment, wenn ein Brandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr stolz auf seinen Sohn blickt, der wie sein Vater, im Ehrenamt tätig ist. Die Freiwilligen Feuerwehren sind nicht nur eine Institution des Schutzes und der Sicherheit, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Wenn die nächste Generation bereit ist, sich diesem wichtigen Ehrenamt anzuschließen, spricht das Bände über den Geist der Hingabe und des Dienstes, der in dieser Familie herrscht.
Es ist eine Quelle der Freude und des Stolzes für den Brandinspektor zu sehen, wie sein Sohn aktiv an der Sicherheit für Menschen, Hab & Gut teilnimmt und das Erbe der Feuerwehr weiterträgt.