Heute möchte ich einmal über ein sehr positives Beispiel berichten.
Kurz vor Jahresende erreichte mich über die Homepage eine Kontaktanfrage mit dem Tenor: Was kann ich tun, um mein Working Capital zu verbessern?
Es war zwar bereits der 30.12., aber: Mein Gefühl aus der Kontaktmail lautete: Ein Unternehmer hat sich bereits im alten Jahr Vorsätze für das neue Jahr gesetzt. Diesem Unternehmer muss geholfen werden!
Noch am gleichen Tag setzte ich mich mit dem Unternehmen in Verbindung und wir führten ein rd. einstündiges Telefonat. In diesem unverbindlichen Erstgespräch gab ich einige Tipps.
Sie möchte wissen, welche? Gerne hier sind diese?
- Setzen Sie alles daran, zeitnah nach Leistungserstellung auch die Rechnung zu stellen.
- Vereinbaren Sie kurze Zahlungsziele und überwachen den Geldeingang kontinuierlich.
- Versuchen Sie, säumige Kunden zu erziehen.
- Sollte die Bonität, das Zahlungsverhalten Ihres Kunden mit Ihren Vorstellungen nicht übereinstimmen, verabschieden Sie sich perspektivisch von der Kundenbeziehung.
- Diskutieren Sie mit Ihren Lieferanten – auch in finanziell starken Zeiten – über hohe Zahlungsziele, auch wenn Sie diese nicht in Anspruch nehmen wollen bzw. müssen.
- Verhandeln Sie mit Ihren Geschäftsbanken stets über eine ausreichend hoch dimensionierte Kontokorrentlinie unabhängig davon, ob Sie diese Linie tatsächlich benötigen.
- Optimieren Sie Ihre Vorratshaltung in der Weise, dass Sie Chancen und Risiken sorgfältig abwägen.
- Trennen Sie sich konsequent von nicht mehr benötigten Vorratschargen, um Ihre Liquiditätslage zu stärken.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Steuervorauszahlungen stets in etwa der tatsächlichen Steuerbelastung entsprechen. Die Überraschung einer Steuernachzahlung über den Steuerbescheid sollte der Historie angehören.
- Buchen Sie die offenen Posten der Debitoren und Kreditoren mindestens wöchentlich, so dass Sie eine stets aktuelle Übersicht über die zu erwartenden Geldeingänge, aber auch kreditorischen Ausgaben haben.
- Implementieren Sie in Ihrem Unternehmen eine wöchentlich zu aktualisierende Liquiditätsplanung, die Ihnen eine gute Übersicht über die Liquiditätsentwicklung auf Ihrem Kontokorrentkonto für die nächsten 4-8 Wochen liefert.
- Überlegen Sie frühzeitig Maßnahmen, wie sich zu erwartende Liquiditätsspitzen optimal decken lassen. Setzen Sie alles daran, dass Sie nicht von einem Liquiditätsengpass überrascht werden.
- Implementieren Sie ergänzend zur kurzfristigen Liquiditätsplanung auf Wochenbasis eine aussagekräftige Ertragsplanung mindestens für das laufende sowie für das Folgejahr, damit Sie hieraus eine klare Ertragsperspektive für Ihr Unternehmen ableiten können. Leiten Sie dann aus dieser Ertragsplanung eine dynamische Finanzplanung auf Monatsbasis ab. Auf diese Weise können Sie ablesen, wie sich unter den skizzierten Planungsprämissen die Liquiditätsressourcen Ihres Unternehmens entwickeln werden.
- Führen Sie abschließend einen monatlichen Soll/Ist-Vergleich durch, aus dem Sie wertvolle Erkenntnisse für die weitere Zukunft und Entwicklung Ihres Unternehmens schließen können.
- Nutzen Sie ertragsstarke Jahre, um durch eine moderate Ausschüttungs- und Entnahmepolitik Cash-Beträge für Ihr Unternehmen anzusparen.
Ein gutes Cash- bzw. Working Capital-Management ist nichts, was auf einem Schlag einmalig umzusetzen ist. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine strategische Aufgabe für jede Unternehmensführung ist. Setzen Sie alles daran, dass Sie auch in ertrags- und liquiditätsstarken Zeiten aussagekräftige Planungstools implementieren, die Ihnen die notwendige Transparenz liefern und Ihnen eine klare Cash-Reichweite für Ihr Unternehmen aufzeigen.
Ach ja: Sie suchen einen Coach für Ihr Unternehmen? Ich kenne einen. Klingeln Sie durch. Die Hotline lautet 02208 92 16 555. Bis zum nächsten Beitrag.
Ihr Peter Schaaf


