In der letzten Folge haben wir bereits ausgeführt, dass sich der Return on Investment (ROI) im Rahmen der Bilanzanalyse de facto auf zwei Komponenten aufspalten lässt. Die Umsatzrentabilität haben wir in der letzten Folge bereits erläutert. Heute möchte wir den Gesamtkapitalumschlag thematisieren.
Auch bei dieser Kennzahl wird eine Relation zwischen dem Gewinn (aus der Gewinn- und Verlustrechnung) sowie des insgesamt im Unternehmen eingesetzten Kapitals hergestellt.
Je mehr Umsatz im Vergleich zum eingesetzten Gesamtkapital (d. h. zur Bilanzsumme) erzielt werden kann, desto höher ist die Produktivität eines Unternehmens. Dieser Grundlogik folgend ist der Kapitalumschlag wie folgt definiert:

Im Trendverlauf gilt, dass steigende Umschlagshäufigkeiten einen effizienteren Kapitaleinsatz und damit eine bessere Produktivität anzeigen.
Mathematisch zeigt sich, dass der ROI nichts anderes als die Umsatzrendite multipliziert mit dem Kapitalumschlag ist. Dies soll die folgende Gleichung verdeutlichen.

Ein Aufteilen des ROIs in die beiden Bestandteile Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag hat folgende Vorteile:
- Es visualisiert dem Management, an welchen „Stellschrauben“ aktiv gedreht werden kann, um die Rentabilität und damit den ROI eines Unternehmens zu verbessern.
- Ob nun die Umsatzrentabilität oder aber der Kapitalumschlag oder beides steigt, egal. Wichtig ist, dass sich ein positiver Gesamteffekt ergibt.
Das DuPont-Schema leitet hieraus eine Kennzahlenpyramide ab.

Für die Umsatzrentabilität gilt: Diese kann entweder durch einen höheren Gewinn bei gleichbleibendem Umsatz oder aber durch einen geringeren Umsatz bei gleichbleibendem Gewinn gesteigert werden.
Der Gewinn/Ertrag eines Unternehmens ist bekanntlich nichts anderes als die Differenz zwischen Erlösen und Aufwendungen. An welchen Faktoren gearbeitet wird, ist zweitrangig.
Nach der gleichen Logik kann der Gesamtkapitalumschlag entweder dadurch verbessert werden, dass die Umsatzerlöse bei identischem Kapitaleinsatz steigen oder aber der Kapitaleinsatz bei identischem Umsatz spürbar gesenkt wird. Auch Zwischenformen sind denkbar.
Nach dieser Grundlogik ergibt sich de facto eine Art Entscheidungsbaum, der dem Management die einzelnen Stellschrauben verdeutlicht, um die Rentabilität zu verbessern.
Fazit:
Der ROI ist eine anerkannte Kennzahl, die gerade unter Verwendung des DuPont-Schemas dem Management aufzeigt, welche Parameter im Einzelnen beeinflusst werden können, um die Rentabilität eines Unternehmens zu verbessern.
Ziel einer unternehmerischen Tätigkeit ist es nun, diejenigen Parameter zu identifizieren, die aller Wahrscheinlichkeit nach den höchsten Renditeeffekt versprechen.


