Bilanzanalyse in vier Schritten – Teil 4 (162)

Ist das nicht schön? Bilanzanalyse in vier Schritten und heute sind wir bereits bei Schritt vier. Der Beurteilung der Liquidität

In unseren Seminaren vermitteln wir immer wieder, dass Ertrag und Liquidität zwei Seiten der gleichen Medaille sind, aber zwei Seiten. 

Eine gute Bilanzanalyse differenziert daher zwischen der Einschätzung der Rentabilität und der Einschätzung der Liquidität. Wir wollen uns in diesem Beitrag ausschließlich damit beschäftigen, wie Sie zielgerichtet die Liquiditätslage aus den bilanziellen Verhältnissen einschätzen können.

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Hinzuweisen ist darauf, dass die bekannte Stichtagsthematik zu bilanziellen Verwerfungen und zu falschen Einschätzungen führen kann. Hiervon können im besonderen Maße Liquiditätsindikatoren betroffen sein.

Einschätzung der finanziellen Mittel

Richten Sie einmal Ihrem Blick auf die Höhe der finanziellen Mittel oder kurzfristig liquidierbaren Aktiva (zum Beispiel Wertpapiere). Negativzinsen hin, Negativzinsen her. Eine ausreichend dimensionierte Kriegskasse hat noch keinem Unternehmen geschadet.

Einschätzung der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten

Im zweiten Blick sind die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten zu fokussieren. Berücksichtigen Sie hierbei, dass in den bilanziellen Verhältnissen nur die Kontokorrentinanspruchnahme aber nicht die eingeräumten KK-Linien sehen. 

Ein Vergleich der Inanspruchnahme mit den eingeräumten KK-Linien würde Ihnen aber hinsichtlich der Liquiditätseinschätzung sicherlich helfen.

Einschätzung der Kreditorenlaufzeit / Höhe der Skontoerträge

Gute Unternehmen zahlen ihre Lieferanten sehr zügig, zum Teil mit Skontoabzug. Die rechnerische Kreditorenlaufzeit (Kreditoren/Materialaufwand * 360) sowie die Höhe der generierten Skontoerträge (dies ist aus einem Konto innerhalb der  Materialaufwendungen ersichtlich) liefern folglich eine sehr gute Indikation.

Einschätzung der Debitoren und der Debitorenlaufzeit

Da sich das Zahlungsverhalten der Kunden zwangsläufig auch sehr stark auf die Liquidität auswirkt, sollte auch die Kundenstruktur sowie die Debitorenlaufzeit (Debitoren/Umsatzerlöse * 360) im Trendverlauf betrachtet werden. 

Natürlich spielen hier, wie bei vielen anderen Kennzahlen auch, die jeweiligen Branchengegebenheiten eine große Rolle. Debitorenlaufzeiten, die deutlich unter 30 Tagen liegen, liefern branchenübergreifend eine gute Indikation für eine entspannte Liquiditätslage.

Ableitung eines abschließenden Urteils

Lassen wir es einmal bei den genannten Indikatoren bewenden. Die Schwierigkeit, meine sehr verehrten Damen und Herren, besteht weniger darin, einen Indikator isoliert zu betrachten. 

Die Kür besteht vielmehr darin, aus der Vielzahl von Einzelindikatoren am Ende einen in sich stringenten Rückschluss zur Liquiditätslage bzw. zu deren Entwicklung zu ziehen.

Zusammenfassung

Halten wir abschließend einmal fest:

Verschaffen Sie sich in einem ersten Schritt ein ersten, groben Eindruck von den wirtschaftlichen Verhältnissen. Beurteilen Sie dann beim zweiten Schritt zunächst ausschließlich die Ertragslage des Unternehmens. Legen Sie dann in Schritt drei den Fokus auf die bilanziellen Verhältnisse und bewerten Sie diese dann auch zunächst isoliert. Thematisieren Sie dann im letzten Schritt die Liquiditätslage des Unternehmens.

Formulierungsvorschlag für ein Gesamturteil

Klar: Final geht es darum, die gewonnenen Einzelaspekte in einem Gesamturteil zu würdigen. Dies könnte beispielsweise lauten:

Die Ertragslage des Unternehmens hat sich in den letzten Jahren auf einem hohen Niveau verstetigt. Ursächlich hierfür dürfte die hohe Innovationskraft sein, die in einigen Bereichen nahezu eine Alleinstellungsmerkmal darstellt. 

Die gute Ertragsentwicklung hat sich auch in den bilanziellen Verhältnissen positiv niedergeschlagen. Ein stets unter den erzielen Gewinnen liegendes Entnahmeverhalten führte zu einem stetigen Aufbau des bilanziellen Eigenkapitals. Die rechnerische Eigenkapitalquote beläuft sich zuletzt auf rund 63 %. 

Die hohe Selbstfinanzierungsquote des Unternehmens führte in Kombination mit einem stringenten Mahnwesen und gutem „working capital Management“ auch zu einer sehr entspannten Liquiditätslage

Finale Einschätzung: Aufgrund der verstetigten Ertragslage, der guten bilanziellen Verhältnisse sowie der entspannten Liquiditätslage sind prosperierende wirtschaftliche Verhältnisse festzuhalten.

Wenn Sie mögen, dann können Sie dieses Fazit auch als Schrift fünf bezeichnen. Aber das, dass bleibt Ihnen überlassen.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf unter anderem als stellvertretender Einheitsführer, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … aktiv in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor