Die Bedeutung des Firmenfahrzeugs – oder: Was Sie von der Feuerwehr lernen können – Teil 1

Heute, meine sehr verehrten Damen und Herren, möchte ich Ihnen pragmatische Betriebswirtschaftslehre wieder einmal aus der Sicht eines Feuerwehrmannes und Zugführers vermitteln. Diesmal geht es um die Bedeutung der Fahrzeuge für Ihr Unternehmen.

Die Ausgangslage

Auch für die Feuerwehr gilt es, sehr effizient im Einsatzfalle vorgehen zu können, um zügig und kräftesparend einen Einsatzauftrag professionell abarbeiten zu können.

Der taktische Wert einer Einheit ist bestimmt durch die technische Ausstattung aber auch die Ausbildung und Anzahl der vorhandenen Kräfte.

Im Mittelpunkt der technischen Ausstattung stehen die Feuerwehrfahrzeuge.

Ich möchte Ihnen im heutigen Beitrag einige Anforderungen und  Hintergründe zu einem typischen Löschfahrzeug zunächst berichten und in einem zweiten Schritt diese Anforderungen auf ein typisches mittelständisches Unternehmen übertragen.

Normierung der Feuerwehrfahrzeuge

Der überwiegende Teil der Löschfahrzeuge unterliegt festen Normvorschriften. Dies bedeutet, dass wenn Sie beispielsweise ein Löschfahrzeug 10 in ihrer Einheit haben, Ihnen bereits bewusst ist, welche Normbeladung auf dem Fahrzeug verlastet ist.

Worin besteht nun der Sinn einer solchen Normung? Sie ahnen es schon. Wenn Sie beispielsweise in einem Einsatzfall ein weiteres LF 10 zugeteilt bekommen, dann können Sie bereits als Führungskraft den technischen Wert des Fahrzeugs abschätzen, ohne dies je in Augenschein genommen zu haben. Dies gilt selbstverständlich auch für ihre Mannschaft, sofern Sie mit diesem Fahrzeug arbeiten muss.

Unsere ersten Tipps für Sie im Überblick:


  1. Legen Sie für Ihre Firmenfahrzeuge genau fest, welche Normbestückung an Ausrüstungsgegenständen auf diesem Fahrzeug verlastet sein müssen. Sprechen Sie diese Normbestückung auch mit Ihren erfahrenen Mitarbeitern ab. Ich bin sicher, dass gerade die langgedienten Kräfte weitere Ausstattungswünsche haben.
  2. Legen Sie zudem fest, an welche Stellen auf Ihren Fahrzeugen die Werkzeuge zu verstauen sind. Dies hilft, unnötige und damit unproduktive Suchen auf den Fahrzeugen zu vermeiden.
  3. Führen Sie gerade mit jungen Mitarbeitern revolvierende Kurzschulungen durch, sodass Ihrem Team die Bestückung eines Fahrzeugs vertraut ist.

Der Sinn dieser Maßnahmen: Jeder Mitarbeiter kann folglich mit jedem Fahrzeug zurechtkommen und weiß genau, welches Werkzeug sich an welcher Stelle befindet. Kurzfristige Änderungen im Montageteam beispielsweise durch krankheitsbedingte Ausfälle führen folglich nicht zu Effizienzverlusten.

Ein weiterer Vorteil: die Mitarbeiter wissen bei konkreten Arbeitsaufträgen genau, ob sie diese Arbeiten mit den auf dem Fahrzeug verlastet Gegenständen ausführen können und zwar vor Beginn der Arbeiten. Falls dies nicht möglich ist, sind entsprechende ergänzende Gerätschaften mitzunehmen bzw. anzufordern. 

Auch diese Vorgehensweise ist bei der Feuerwehr völlig identisch.

  1. Bestimmen Sie einen Mitarbeiter, der für dieses Fahrzeug fest verantwortlich ist. 

Im Feuerwehrwesen ist dies der Maschinist bzw. Maschinistin. Er hat nach jedem Einsatz die Vollständigkeit des Fahrzeugs zu überprüfen und die Rückmeldung an die Führungskraft „Fahrzeug fahrbereit“ zu übermitteln.

Auf Ihr Unternehmen übertragen bedeutet das: Der jeweilige Fahrzeugverantwortliche sollte am Ende eines Arbeitstages die Bestückung des Fahrzeugs grob verifizieren, Verbrauchsmaterialien entsprechend ergänzen und fehlerhafte Gegenstände/Werkzeuge ersetzen bzw. Defekte melden.

  1. Achten Sie auf ausreichende Betriebsstoffe

Zu den Aufgaben der Maschinisten bzw. des Maschinisten gehört es auch, das Fahrzeug regelmäßig zu pflegen und auf ausreichende Betriebsstoffe zu achten. So ist für unsere Einheit beispielsweise festgelegt, dass bereits bei einem Kraftstoffvorrat von weniger als 75 % ein Auftanken zu erfolgen hat.

  1. Definieren Sie feste Grenzen, innerhalb derer notwendige Pflegeintervalle durchgeführt werden müssen. 

Eine Vorschrift könnte beispielsweise lauten: bei einem Kraftstoffvorrat von weniger als 25 % ist ein Auftanken des Fahrzeugs durchzuführen. Bei jedem Tankstopp sind zudem die Füllstände von Wischwasser, Kühlwasser sowie der Reifendruck zu überprüfen. Am letzten Freitag eines jeden Monats ist das Fahrzeug zu waschen. Am Ende einer jeden Woche ist eine Reinigung des Innenraums sowie der Scheiben durchzuführen.

Vielleicht mag der Ein oder Andere denken, was soll das ganze? Sind alles Selbstverständlichkeiten.

Natürlich, es sind Selbstverständlichkeiten, aber gerade weil diese so selbstverständlich sind werden sie oftmals nicht eingehalten.

Haben wir mit diesen Ausführungen Ihr Interesse geweckt? Prima, denn genau das war auch unser Ziel. Weitere, wertvolle Tipps zum Thema Firmenfahrzeuge erhalten Sie im nächsten Blogbeitrag.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf unter anderem als stellvertretender Einheitsführer, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … aktiv in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor