Die Restrukturierung der Steine GmbH – Teil 4: Sanierungsgutachten IDW S6

Erinnern Sie sich noch an unsere letzten Beiträge? Wir haben von der Steine GmbH berichtet. Es handelt sich hierbei um ein mittelständisches Unternehmen, welches von der Hausbank die dringend notwendige Saisonfinanzierung zunächst nicht genehmigt bekommen hat.

Wir wurden zunächst eingeschaltet, den Saisonfinanzierungsbedarf zu prüfen sowie einen ersten Quickcheck durchzuführen. Nach unseren Analysen war es uns möglich, die Hausbank zur Prolongation der jährlichen Finanzierung zu bewegen. Allerdings war dies mit der Auflage verbunden, dass die Steine GmbH ein Sanierungsgutachten in Anlehnung IDW S 6 veranlasst. Hierzu wurden wir beauftragt.

Die Erstellung eines solchen Sanierungsgutachtens nach IDW S 6 ist schon für alle Seiten eine große Herausforderung. 

Das Positive: Die Steine GmbH hat unsere Arbeit durch das Erstmandat mittlerweile kennen und schätzen gelernt. Die Zusammenarbeit war sehr gut. Man sah in dieser hohen Auflage nicht nur die Mehrkosten, sondern vor allem den Mehrwert für das Unternehmen.

Gemeinsam machten wir uns ans Werk.

Der Inhalt des Sanierungsgutachtens

Das Gutachten umfasste am Ende gut 250 Seiten und beleuchtete nahezu sämtliche Bereiche des Unternehmens. Um Ihnen eine Vorstellung darüber zu geben, welche Punkte es im Einzelnen zu analysieren gab, haben wir Ihnen Auszüge aus der Gliederung des Sanierungsgutachtens im Folgenden einmal abgebildet.

  1. Aufgabenstellung und Auftragsumfang
  2. Zusammenfassung
  3. Analyse der  wirtschaftlichen Unternehmenslage
    1. Analyse der Ertrags- und Bilanzdaten der Steine GmbH
    2. Analyse der Ertrags- und Bilanzdaten der Besitzgesellschaft
    3. Konsolidierte Betrachtung der Ertrags- und Bilanzdaten
  4. Analyse der Unternehmenslage
    1. Analyse des Unternehmensumfeldes
    2. Analyse der Branchenentwicklung und Wettbewerbssituation
    3. Strategische Flanken
    4. Analyse der internen Unternehmensverhältnisse
    5. Unternehmensleitung / Management
    6. Externes  und internes Rechnungswesen
    7. Sortiment und Sortimentspolitik
    8. Vertriebssystem und Vertriebspolitik
    9. Provisionierung und Preispolitik
    10. Beurteilung der Unternehmensstrategie
    11. Feststellungen des Krisenstadiums und zur Insolvenzgefahr
    12. Zusammenstellung der Krisenursachen
  5. Maßnahmen zur Restrukturierung des Unternehmens
    1. Leitbild des sanierten Unternehmens
    2. Bedeutung des Leitbildes des sanierten Unternehmens
    3. Beschreibung der Unternehmensstrukturen
    4. Darstellung der Wettbewerbsvorteile und –strategien
    5. Maßnahmen zur Überwindung der Liquiditätskrise
    6. Maßnahmen zur Überwindung der Erfolgskrise
    7. Maßnahmen zur Beseitigung der Produkt- Absatzkrise
    8. Weitere Restrukturierungsmaßnahmen
  6. Integrierte Sanierungsplanung
    1. Planungsprämissen
    2. Jahresertragsplanung, Monatsertragsplanung, Monatsfinanzplanung, Bilanzplanung
    3. Plan-Daten für das nachfolgende Wirtschaftsjahr
    4. Planungsprämissen
    5. Jahresertragsplanung, Monatsertragsplanung, Monatsfinanzplanung, Bilanzplanung
  7. Abschluss
    1. Anmerkung zur Sanierungsfähigkeit
    2. Anmerkung zur Umsetzungsfähigkeit sowie zum Umsetzungswillen
    3. Erklärung und Feststellung zur Unternehmensfortführung

Sanierungsgutachten ist kein Selbstzweck

Erneut sei an dieser Stelle angemerkt, dass das Gutachten kein Selbstzweck sein kann oder darf. Vielmehr gilt es, gemeinsam mit dem Unternehmen die Schwachstellen klar herauszuarbeiten und in Bezug auf die erkannten Schwachstellen aber auch auf die Stärken optimale Restrukturierungsmaßnahmen zu fixieren und zu verabschieden. 

Natürlich kann es nur gelingen, wenn das Unternehmen auch die Umsetzungsfähigkeit sowie den Umsetzungswillen hat. Auch hierzu haben wir im Rahmen unseres Gutachtens Stellung bezogen.

Positive Fortführungsprognose

Am Ende muss dann durch den Berater eine klare Aussage darüber getroffen werden, ob das wirtschaftliche Überleben der Steine GmbH aus Sicht des Beurteilenden als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden kann. 

Man spricht dann von der sogenannten positiven Fortführungsprognose. Es handelt sich hierbei um ein wertendes Gesamturteil, indem wir unter Abwägung sämtlicher Aspekte und Erkenntnisse aus dem Sanierungsmandat dem Unternehmen eine dauerhafte Marktberechtigung als überwiegend wahrscheinlich attestieren.

Natürlich gilt auch hier: Hellsehen kann ein Unternehmensberater nicht, aber wer kann das schon? 

Dennoch: Die Voraussetzungen, dass ein sachverständiger Dritter eine solche positive Fortführungsprognose bejaht, sind sehr hoch.

Unsere Vorgehensweise in Restrukturierungsfällen

Wir erklären sämtlichen Mandanten immer: Nur wenn wir während des Mandates gemeinsam der Überzeugung sind, dass die Insolvenzgefahr beseitigt werden und das Unternehmen perspektivisch wieder auf einen positiven Ertragskorridor kommen kann, finalisieren wir auch ein Sanierungsgutachten.

Sollte sich allerdings herausstellen, dass die Insolvenz unabdingbar ist, dann macht ein Festhalten an dem ursprünglichen Beratungsauftrag so sicherlich keinen Sinn mehr.

Sie möchten erfahren, welche Kernaussagen wir getroffen haben und wie unsere Prognose am Ende lautete?

Gerne. Freuen Sie sich einfach auf die nächsten Beiträge und bleiben Sie weiter am Ball, wenn wir über die Restrukturierung der Steine GmbH wieder berichten.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

 

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

 

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf aktiv in seiner Einheit unter anderem als stellvertretender Einheitsführung, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … tätig.

 

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

 

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor