Feuerwehr und Management

Sie werden sich nun sicherlich die Frage stellen, was Einsatzgrundsätze der Feuerwehren mit der Betriebswirtschaftslehre zu tun haben?

Auch wenn es im ersten Moment etwas komisch klingen mag: Es gibt mehr Gemeinsamkeiten, als Sie im ersten Moment glauben mögen.

Zunächst einige kurze Hintergründe. Die Ausbildung der Feuerwehren ist eng an sogenannte Feuerwehrdienstvorschriften gebunden. Dort sind viele Verhaltensweisen geregelt, an die sich Feuerwehrleute im Einsatz- sowie Übungsdienst zu orientieren haben. Es steht aber nicht nur eine effiziente Brandbekämpfung bzw. Menschenrettung im Vordergrund sondern auch die Sicherheit der eigenen Kräfte.

Sicherlich: Hier geht es nicht um Kosteneinsparungen oder Gewinnoptimierungen.

Es geht um die Sicherstellung eines effizienten professionellen Einsatzes bei geringer Verletzungsgefahr für die eigenen Kräfte. Wenn wir dies auf die Betriebswirtschaftslehre beziehen, bedeutet das:

Sicherstellung einer hohen Arbeitseffizienz bei geringstmöglichen Reibungs­verlusten und Risiken.

Lassen Sie uns einzelne Feuerwehrvorschriften einmal in die BWL übersetzen.

Regel 1 :Die zentralen Aufgaben sind verbindlich geregelt.

Den einzelnen Trupps (zwei Personen) sind in den Dienstvorschriften klare Aufgaben- und Verantwortungsbereiche zugewiesen, die diese automatisch zu erfüllen haben. Klar: Auf konkrete Anweisungen des Vorgesetzten (Gruppenführerin oder Gruppenführer) können diese Aufgaben anders verteilt werden.

Für Ihr Unternehmen bedeutet dies: Stellen Sie sicher, dass sämtliche Aufgaben und Verantwortungsbereiche bei Mitarbeitern über Stellenbeschreibungen klar geregelt sind. Diese Regelungen sollten auch zwingend Vertretungszenarien enthalten.

Regel 2: Ein Trupp soll im Gefahrenbereich immer gemeinsam vorgehen.

Für Ihr Unternehmen bedeutet dies: Stellen Sie sicher, dass bei wichtigen Entscheidungen stets das Vieraugenprinzip angewendet wird.

Dies bedeutet, dass Entscheidungen, aber auch wichtige Gespräche usw. von zwei Verantwortungsträgern abgeklopft werden, auch wenn einer hinterher allein entscheiden muss.

Bei wichtigen Gesprächen sagt die Erfahrung, dass vier Ohren immer mehr als zwei Ohren hören. Wir empfehlen zudem, die wesentlichen Inhalte in Gesprächsprotokollen zu fixieren und zu kommunizieren. Dies verhindert Missverständnisse und dient zudem einen guten Prozessdokumentation.

Sie werden feststellen. Zunächst bedeutet das zwar einen zusätzlichen Aufwand, wenn dafür Informationen künftig aber direkt greifbar sind, haben Sie und Ihr Unternehmen davon einen deutlichen Mehrwert. Dies gilt insbesondere im Vertretungsfalle oder bei konkreten Rückfragen von Kunden.

Regel 3: Der Truppführer ist für die Ausführung des Befehls verantwortlich.

Dies bedeutet für Ihr Unternehmen: Es sollte stets sichergestellt sein, dass letztendlich eine Person, die Verantwortung für ordnungsgemäße Ausführung der Arbeit hat. Sollte es zu Störungen kommen, ob liegt es dieser Person auch, ein entsprechendes Reporting bzw. Rückmeldung zu geben. So erfahren Sie auch sehr frühzeitig über gegebenenfalls vorhandene Leistungsstörungen.

Regel 4: Jeder Befehl ist vom Truppführer zu wiederholen.

Wenn wir diese Aussage in die Wirtschaft übersetzen, wollen wir selbstverständlich nicht die Sklaverei wieder einführen. Stellen Sie aber sicher, dass die wesentlichen Eckdaten einer konkreten Arbeitsanweisung so von relevanten Personen verstanden worden sind, wie es in Ihrem Sinne war. Wir haben oftmals festgestellt, dass zwar Anweisungen schriftlich fixiert waren. Die Intention dahinter aber (bewusst) nicht verstanden wurde. Dies führt oftmals dazu, dass auch die Ausführung nicht im gewünschten Sinne verläuft.

Regel 5: In besonderen Situationen kann der Trupp verstärkt werden.

Für Ihr Unternehmen bedeutet dies: Unabhängig davon, wie die Stellenpläne im Einzelnen aussehen und welcher Kräfteeinsatz im Standardfall für die einzelnen Abteilungen vorgesehen ist, ist im Bedarfsfall eine hohe Flexibilität notwendig.

Ein großer Wettbewerbsvorteil mittelständischer Unternehmen ist genau dies:

Sie können sehr flexibe4l (Personal-) Ressourcen je nach Bedarf verschieben. Und damit zum Teil sehr kurzfristig agieren.

Sollten Sie beispielsweise bei der Auftragsabwicklung feststellen, dass in einzelnen Bereichen die eingesetzten Maschinen-, und Personalressourcen nicht ausreichen, sollte hier zügig temporär Abhilfe geschaffen werden.

Stellt sich dann aber heraus, dass es sich um kein temporäres sondern vielmehr ein strukturelles Thema handelt, dann wäre selbstverständlich die Aufbau-, bzw. Ablauforganisation zu hinterfragen.

Regel 6: Haben die Trupps ihre Aufgabe erledigt, so melden Sie sich beim Einheitsführer bzw.führerin.

Vielleicht mag es banal klingen, aber: gute Unternehmen zeichnen sich auch durch eine verantwortungsvolle Belegschaft aus. Verantwortungsvoll bedeutet also auch, sehr behutsam mit der kostbaren Arbeitszeit umzugehen.

Wenn der Arbeitsauftrag erfolgreich absolviert wurde (aber auch, wenn es zu Störungen gekommen ist) muss eine automatische Rückinformation an die Führungsebene erfolgen.

Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn freie Kapazitäten vorhanden sind. Diese können entweder dafür genutzt werden, weitere Aufträge anzunehmen oder aber Überstunden und Alturlaubstage abzubauen.

Oft haben wir es erlebt, dass einige Mitarbeiter über Überstundenpotenziale verfügen, die aber bei einer schwachen Auftragslage nur zum kleinen Teil abgebaut worden sind. Gleiches gilt für alten Resturlaub.

Dies kann nur sowohl im Interesse des Unternehmens, aber auch im Interesse der Arbeitsplatzsicherung nicht sein.

Fazit: Was können wir nun von der Feuerwehr lernen?

Viele der hier exemplarisch ausgewählten Grundsätze für Feuerwehren gelten in ähnlicher Form auch für Unternehmen.

Solche Grundsätze zu schaffen, die Mitarbeiter hierfür zu sensibilisieren, aber auch notwendige Kontrollschleifen zu implementieren, stellt eine klassische Führungs­aufgabe dar.

Wenn dies erfolgreich gelingt, dann hilft dies nicht nur der Ertragslage Ihres Unternehmens. Klare Grundsätze und Regeln helfen auch den Mitarbeitern unnötigen Stress abzubauen und auf Dauer Arbeitsplätze zu sichern.

Wenn Sie das nächste Mal ein rotes Auto mit zur blauen Kennleuchten sehen, werden Sie vielleicht mit einem Schmunzeln an diesen Beitrag denken…..

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

 

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

 

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf aktiv in seiner Einheit unter anderem als stellvertretender Einheitsführung, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … tätig.

 

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

 

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor