Finanzierung aus Rückstellungen

Finanzierung aus Rückstellungen

In letzter Zeit kam in unseren Seminaren die Fragestellung auf, wie sich ein Unternehmen über Rückstellungen finanzieren kann. Diese Fragestellung soll im Folgenden pragmatisch beantwortet werden.

Erlauben Sie uns zunächst, die oft verwechselten Begrifflichkeiten Rückstellungen und Rücklagen zu erläutern.

  • Rücklagen sind Positionen des Eigenkapitals. Diese werden in aller Regel dadurch gebildet, dass der erzielte Gewinn nicht ausgeschüttet oder entnommen, sondern in die Rücklage eingestellt d.h. dotiert wird. Bei einer guten Ertragslage führt diese Politik dazu, dass sich die Eigenkapitalausstattung von Unternehmen im Laufe der Zeit immer weiter verstärkt.
  • Gänzlich anders sind Rückstellungen zu sehen. Ziel der Rückstellung ist es, Aufwendungen, die in ihrer Höhe und / oder in ihrem zeitlichen Anfall ungewiss sind, als Aufwand bereits vorwegzunehmen. Dies künftigen Aufwendungen müssen überwiegend wahrscheinlich in der Zukunft kommen, aber ursächlich mit der Vergangenheit d.h. im letzten Geschäftsjahr oder dem letzten Geschäftsjahr zu tun haben.
  • Hieraus resultieren zunächst zwei Vorteile:
    1. Zum einen wird die Gewinn-und-Verlust-Rechnung bereits in dem Jahr mit Mehraufwendungen belastet, in dem Rückstellungen gebildet werden.
    2. Zum anderen zeigt die Bilanz eine Verbindlichkeit durch die Rückstellung. Der Bilanzleser kann damit erkennen, dass nach Einschätzung des Unternehmens (d.h. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit) noch mit künftigen Aufwendungen zu rechnen ist.
  • Der Buchungssatz hierzu lautet: Per Aufwand (zum Beispiel Steuern) an Rückstellungen. Haben Sie etwas gemerkt? Genau: mit dem Buchungssatz werden Liquiditätspositionen wie Bank, Kasse oder Kontokorrent nicht angesprochen. Die Bildung der Rückstellungen wirkt sich folglich zunächst nicht auf die Liquidität des Unternehmens aus. Indirekt liegt darin auch der eigentliche Finanzierungseffekt.
  • Durch Bildung der Rückstellungen erhöht sich der Aufwand und das Ergebnis sinkt. Da die Rückstellung aber zunächst nur eine Passivposition darstellt, die noch nicht liquiditätsmäßig bezahlt werden muss, entsteht ein Finanzierungseffekt. Es ist letztendlich wie ein Kredit zu sehen der von einer Bank gewährt wird und erst auf Anforderung mit einem Schlag zurückzuführen ist.
  • Hierin kann auch enormer Sprengstoff für die Bonitätseinschätzung einer Bilanz liegen. Sollten Rückstellungen gebildet werden, bei denen auf Dauer abgesehen werden kann, dass keine Liquidität abfließt, hat das Unternehmen tatsächlich einen langfristigen Finanzierungseffekt (Beispiel. Rückstellungen für nicht in Anspruch genommenen Urlaub).

Was Sie bei Rückstellungen beachten müssen

  • Als problematisch sind die Rückstellung anzusehen, die entweder vergleichsweise kurzfristig oder aber zeitversetzt mit hohen Beträgen liquiditätsmäßig fällig werden.
    1. Beispiel für eine kurzfristig fällige Verbindlichkeit sind Steuerrückstellungen. Das freundliche Schreiben, welches Unternehmen jährlich vom Finanzamt erhält und welches mit den Worten „Ihr Finanzamt“ endet zeigt einen Nachzahlungsbetrag sowie einen Termin, bis zu welchem der Betrag zu entrichten ist. Sollte dies nicht möglich sein, verliert ihr Finanzamt sehr schnell den freundlichen Umgangston.
    2. Ein Beispiel für langfristige Verbindlichkeiten mit hohem Liquiditätsabfluss sind Pensionsrückstellungen. Das Handelsrecht sagt deutlich, dass eine Pensionszusage an einen Mitarbeiter (dieser soll dann im Alter eine Betriebsrente erhalten) als Verbindlichkeit zu passivieren ist. Zunächst hat dies für den Arbeitgeber den Vorteil, dass der Aufwand in der GuV realisiert wird, der Abfluss aber erst zwanzig oder dreißig Jahre später erfolgt. Wenn das Unternehmen nun vergisst, für diese Pensionszusage frühzeitig auch zu sparen d.h. liquide Mittel oder Liquiditätsäquivalente zu sammeln, entsteht zeitversetzt ein Finanzierungsproblem. Der Rentenfall tritt ein und die Liquidität ist nicht da. Die Betriebsrente muss dann aus dem laufenden Cashflow finanziert werden. Dann schnappt die Falle zu, denn aus dem Finanzierungsinstrument Rückstellung wird dann eine Hypothek für die Unternehmenszukunft.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

 

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

 

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf aktiv in seiner Einheit unter anderem als stellvertretender Einheitsführung, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … tätig.

 

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

 

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor