Liquiditätsberechnung Teil 3: Kapitalherkunft in den Kreditoren

Im dritten Teil unserer kleinen Staffel zum Thema Liquidität möchten wir uns mit Ihnen auf die Passivseite konzentrieren, genauer: Auf die Kreditoren.

  • Die Praxis zeigt, dass sämtliche Eingangsrechnungen, die zum Stichtag der Bilanz nicht bezahlt worden sind, als Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung verbucht werden.
  • Die Lieferanten tragen oftmals neben der Hausbank den dominierenden Teil der kurzfristigen Finanzierung. Betriebswirtschaftlich steht hier eine Kennzahl im Fokus: Die Kreditorenlaufzeit. Diese ist definiert als Kreditoren / Materialaufwand * 360. Je höher sich die Kreditorenlaufzeit darstellt, desto schlechter ist in aller Regel das Zahlungsverhalten des Unternehmens.
  • Hohe Laufzeiten können damit ein Indikator für Liquiditätsprobleme sein.
  • Wenn die Kreditorenlaufzeit ermittelt worden ist, kann in einem zweiten Schritt die bereits bekannte Kapitalbindung pro Tag abgeleitet werden.
    •  Dies ist mathematisch der Quotient aus den Kreditoren dividiert durch die Laufzeit. Dieser Quotient sagt aus, dass eine Erhöhung der Laufzeit um einen Tag in der Zukunft (d.h. ein verspätetes Bezahlen der Rechnungen) dem Unternehmen im Schnitt einen durchschnittlichen Finanzierungsbeitrag in der genannten Höhe erbringt.
    • Sollte es aber notwendig oder gewünscht sein, die Lieferanten schneller zu bezahlen, wird ein Kapitalbedarf in der genannten Höhe benötigt.
    • Ein paar Tage mehr oder weniger Zahlungsziel können betriebswirtschaftlich schon einen großen Mehr- oder Minderkapitalbedarf bedeuten.
  • Im Rahmen einer pragmatischen Vorgehensweise resultieren betriebswirtschaftlich hieraus folgende Arbeitsschritte:
    1. Berechnen Sie zunächst die Kreditorenlaufzeit (Kreditoren / Materialaufwand *360)
    2. Leiten Sie danach die entsprechende Kapitalbindung pro Tag ab (Kreditoren / Laufzeit)
    3. Überlegen Sie im Anschluss, wie viel Tage in Zukunft schneller bezahlt werden soll bzw. später bezahlt werden kann.
    4. Ermitteln Sie hieraus den notwendigen Kapitalbedarf bzw. die mögliche Finanzierungsquelle durch die Multiplikation der angedachten Veränderung der Laufzeit multipliziert mit der Kapitalbindung pro Tag.

Dies solle an folgendem Beispiel verdeutlicht werden. Gehen Sie von einem Kreditorenbestand von 870 T€ und einem Materialaufwand von 8.900 T€ aus. Es ergeben sich die folgenden Berechnungen

  1. Kreditorenlaufzeit = 870 T€ / 8.900 T€ * 360 = 35 Tage
  2. Kapitalbindung / Tag = 870 T€ / 35 Tage = 24,9 T€/Tag
  3. Annahme: Die Lieferanten lassen ein Zahlungsziel von 65 Tagen zu: => 65 Tage – 35 Tage = 30 Tage mögliche Verlängerung der Kreditorenlaufzeit
  4. Möglicher Finanzierungseffekt = 30 Tage * 24,9 T€ / Tag = 747 T€, sofern eine Verlängerung der durchschnittlichen Kreditorenlaufzeit auf 65 Tage möglich ist.

Eigentlich einfach, oder? Probieren Sie es einmal.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf unter anderem als stellvertretender Einheitsführer, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … aktiv in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor