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Ihr Peter Schaaf

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Regulatorik

Sagt Ihnen der Begriff „Regulatorik“ etwas?

Es ist eins der Worte, bei dem sich bei jedem Bankmanager die Nackenhaare aufstellen: Regulatorik. Ein Begriff, der bei vielen für Mehraufwand ohne einen Euro Mehrertrag steht.

Doch was ist Regulatorik? Was bedeutet sie? Und warum ist Regulatorik in der Finanzwirtschaft so ungeliebt?

Die hier im Spezifischen gemeinte „Banken­regulatorik“ meint die Regulierung von Kredit­instituten durch den Staat, durch welche allgemeine Regeln für die Banken festgelegt werden.

Das grundsätzliche Ziel einer solchen Regulierung liegt zumeist in der Sicherstellung der Stabilität des Finanzsystems.

Und um eins vorweg zu nehmen:

Die Regulierung von Banken ist keine neue Erfindung, sondern in Deutschland wurde zum Beispiel bereits 1934 das so genannte „Kreditwesengesetz“ verabschiedet, welches als Folge der Bankenkrise von 1931 zu verstehen war.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass einer steigenden Regulierung oftmals eine Banken- oder Wirtschaftskrise vorausgeht, die zu schweren Marktverwerfungen geführt hat.

So ereignete sich exemplarisch vor der steigenden Regulatorik der letzten Jahre die Finanzkrise ab 2007 (Subprime-Krise) bzw. die Eurokrise ab 2010.

In der Folge dieser Krisen wurden neue Vorschriften festgelegt. Hierunter fallen unter anderem Basel III oder die Mindestanforderungen an das Risikomanagement, kurz: MaRisk, welche eine Konkretisierung der qualitativen Anforderungen der Baseler Vorschriften darstellen.

In jüngster Vergangenheit stellten zudem mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (kurz: WIKR), oder auch dem Financial Reporting (kurz: FinREP) weitere rechtliche Maßgaben neuen Mehraufwand für die Kreditinstitute dar.

Doch hier war nicht in erster Linie die Stabilität des Finanzsystems für die neuen Regulierungen ausschlaggebend, sondern bei der WIKR beispielsweise der Schutz des Verbrauchers.

Bei FinREP handelt es sich um eine Vorschrift für die vereinheitlichte, finanzielle Berichterstattung und -übermittlung für Kreditinstitute.

Insgesamt ist festzuhalten, dass, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Globalisierung, der Ruf nach einheitlichen Standards für alle Banken groß ist.

Die Problematik in Deutschland dabei:

In den meisten europäischen Ländern kennt man keine Sparkassen oder Volksbanken, sondern die inländische Bankenlandschaft wird von einigen, wenigen Großbanken dominiert.

Daher werden die Anforderungen der Bankenregulierung oftmals an den Größen­klassen von Großbanken ausgerichtet. Dies führt jedoch für die vielen kleinen Kreditinstitute zu einem enormen Arbeitsaufwand bei der Umsetzung der europäischen oder globalen Richtlinien.

Viel Experten gehen für die Zukunft eher von einer zunehmenden und nicht von einer abnehmenden Regulatorik aus.

Es bleibt abzuwarten, wie die Sparkassen und Volksbanken diesen zusätzlichen Mehraufwand auf Dauer verkraften können. Der „Fusionstrend“ zu immer größeren Instituten in beiden Organisationen war bisher – so scheint es – die generelle Antwort vieler Banken auf die steigenden Anforderungen.

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