Verifizierung des Materialein­satzes bei Handelsunte­rnehmen – Teil 1

Mit diesem Beitrag möchten wir Ihnen, sehr verehrte Damen und Herren, pragmatische Tipps geben, wie in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene quotale Materialeinsatz bzw. der spiegelbildlich hierzu sich ergebende quotale Rohertrag im Trendverlauf aber auch mit Branchenwerten verifiziert werden kann.

Lassen Sie uns zunächst einmal kurz auf die Hintergründe dieser Betrachtungsweise eingehen.

Der richtige Materialeinsatz bzw. Rohertrag ist einer der Stellschrauben in der Gewinn- und Verlustrechnung für den Ergebnisausweis. Der Begriff „richtig“ ist hierbei im Sinne eines betriebswirtschaftlich belastbaren Rohertrags bzw. Handelsspanne in der GuV.

Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass in den Gewinn- und Verlustrechnungen zwar Margen ausgewiesen werden; diese Margen aber bilanzpolitisch entweder erhöht oder aber reduziert wurden. Der „echte“ Rohertrag wir damit verfälscht ausgewiesen.

Natürlich gilt: Eine hohe, steigende Handelsmarge ist – sofern diese durch die operative Ertragslage erzielt wurde – ein guter Indikator für das Unternehmen. Dies setzt voraus, dass bilanzpolitisch nicht nachgeholfen wurde.

Wir möchten mit diesem Beitrag bewusst den Boden der Legalität nicht verlassen.

Ein paar Worte zur Buchführung

Um den Hintergrund zu erläutern, sollen zunächst wenige Grundlagen der Buchführung dargestellt werden.

In der Bilanz des Unternehmens wird im Umlaufvermögen unter der Position der Vorräte der Warenbestand ausgewiesen. Dieser Warenbestand ist eine Vermögensposition und hat zunächst einmal nichts mit dem Ertragsausweis zu tun.

Zu berücksichtigen ist hierbei aber, dass es zu vielen Bilanzpositionen auch korrespondierende GuV-Positionen gibt, die als „Gegenkonto“ bei der Buchführung notwendig sind.

Für jeden Buchungssatz gilt: Per Soll an Haben.

Es wird also folglich immer ein Gegenkonto benötigt. Bei dem Warenbestand lautet dieses Gegenkonto in der Gewinn- und Verlustrechnung Materialaufwand.

Für die Spezialisten unter Ihnen: Es handelt sich hierbei um ein Unterkonto des Materialaufwandes mit dem Namen „Bestandsveränderungen RHB-Stoffe/Warenbestand“.

Hierzu wie immer ein kleines Beispiel.

  • Unterstellen wir einmal, dass ein Unternehmen Warenbestände für 100.000 € netto erwirbt. Wenn zunächst nur der Einkauf erfolgt, von diesen Waren aber keine Chargen verkauft werden, dann wirkt sich dieser Einkauf nicht auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus.
  • Unterstellen wir im Weiteren, dass diese neuen Warenbestände auch bar bezahlt würden (zur Vereinfachung soll die Thematik Umsatzsteuer/Vorsteuer vernachlässigt werden).

Variante eins

  • Der Buchungssatz würde dann lauten (Variante eins)

Per Warenbestand (Bilanz) an Bank/Kasse (Bilanz)

Sie können aus dem Buchungssatz ableiten, dass die Gewinn- und Verlustrechnung nicht tangiert wird. So muss es auch sein.

In der Buchungspraxis hat sich eine zweite Buchungsvarianten etabliert. Welches das ist und welche bilanzpolitischen Aspekte am Materialeinsatz bzw. Rohertrag abgelesen werden können, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf unter anderem als stellvertretender Einheitsführer, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … aktiv in seiner Einheit tätig.

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor