Beurteilung der Qualität vorgelegter wirtschaftlicher Unterlagen

Kennen Sie das: Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast?

Mit einem ganz großen Lächeln: Dieser Beitrag soll keine aktive Hilfestellung dazu sein, wie Jahresabschlüsse, BWAs oder Planungsunterlagen gefälscht werden. Vielmehr geht es uns darum, Ihnen Tipps zu geben, anhand derer Sie Indikatoren für qualitativ hochwertiges Zahlenmaterial erkennen können. Achten Sie darauf, dass Sie stets aktuelle Daten für Analysezwecke heranziehen.

  1. Grundsätzlich gilt: Sofern Unterlagen stets sehr zeitnah vorliegen, so spricht das eher für ein qualitativ gutes Zahlenwerk.
  2. Schauen Sie auf den Vermerk des Steuerbüros, der in den Jahresabschlüssen angedruckt ist. Sofern der Abschluss nur auf Basis der vorgelegten Unterlagen und Informationen erstellt wurde, also keinerlei Plausibilisierungen seitens des Erstellers vorgenommen wurden, so sollten Sie den Unterlagen eher mit einer gesunden Skepsis gegenübertreten.

Sicherlich: Es kann dann nicht zwingend gesagt werden, dass die Zahlen pauschal qualitativ schlecht sind. Im Umkehrschluss gilt aber: Je stärker die steuerliche Begleitung Plausibilisierungshandlungen oder gar Verprobungen durchgeführt hat, desto besser ist in aller Regel die Qualität der Daten einzustufen.

  1. Schauen Sie auf die Qualität der Kommentierungen im Anhang, aber auch in den ergänzenden Unterlagen.
  • Qualitativ hochwertige Zahlen zeichnen sich dadurch aus, dass die Kommentierungen nur wenige Rückfragen, z.B. hinsichtlich der Bewertungen, erfordern. Je nichtssagender die Kommentierungen allerdings sind, desto stärker distanziert sich der Bilanzersteller von den Unterlagen.
  • Ausführungen wie „Die unfertigen Arbeiten wurden auf Basis der Herstellungskosten aktiviert.“ oder aber „Das Anlagevermögen wurde planmäßig entweder linear oder degressiv abgeschrieben.“ sind nichtssagend.
  • Wird dagegen vermerkt „Das Anlagevermögen wurde stets degressiv abgeschrieben, es sei denn dass sich eine höhere, lineare Abschreibung ergab.“, zeugen diese Aussagen von einer klaren Sprache bei guten Bonitäten.
  • Gleiches gilt auch für Formulierungen wie beispielsweise „Die Herstellungskosten der unfertigen Erzeugnisse wurden ohne Ausübung von Aktivierungswahlrechen bewertet.“
  1. Achten Sie auf den Detaillierungsgrad des Kontennachweises der Summen- und Saldenliste.
  • Je mehr Konten zu erkennen sind, je feinmaschiger der Kontennachweis ist, desto transparenter stellt sich die Buchführung dar.
  • Werden beispielsweise die gesamten Kfz-Kosten des Fuhrparks in wenige Konten (Kfz-Steuern, Kfz-Reparaturen, Leasing-Kfz sowie Kraftstoffkosten Kfz) verbucht, so können Sie letztendlich nur eine Aussage zu den gesamten Kfz-Kosten treffen. Optimalerweise werden für jedes Fahrzeug die Konten unter Angabe des Kennzeichens angelegt. Dies gibt dann eine klare Transparenz über die Kosten des Fuhrparks.
  1. Ein weiterer Qualitätsindex unsererseits ist die Reaktionsgeschwindigkeit, aber auch die Art der Reaktion des Zahlenerstellers auf Rückfragen.
  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Frage bereits, selbst, wenn sie freundlich gestellt wurde, als Angriff gesehen wird, dann ist dies oftmals die Antwort. Gleiches gilt, wenn eine mögliche Antwort zwischen den potentiellen Antwortgebern hin und her geschoben wird.
  • So haben wir es oftmals erlebt, dass der Mandant auf das Steuerbüro verweist und Letzeres auf den Mandanten. Die Botschaft war eindeutig: Keiner möchte antworten.
  • Fragen Sie aktiv nach der Werthaltigkeit bzw. Bewertung von sensiblen Bilanzpositionen, wie beispielsweise des Warenbestandes bei Handelsunternehmen oder der unfertigen und fertigen Erzeugnisse bei Produktions­unternehmen.
  • Eine nicht korrekt durchgeführte Inventur und/oder ein geschätzter Vorratsbestand stellen sich immer wieder als die „Gretchenfragen“ im Zahlenmaterial heraus.
  1. Bei unterjährigen Daten (betriebswirtschaftlichen Auswertungen) zeigt sich eine gute Datenqualität unter anderem daran, dass notwendige Abgrenzungs- und Korrekturbuchungen laufend unterjährig erfasst werden.

Dies betrifft insbesondere die Bestandsveränderungen, die Verbuchung von Lagerveränderungen bei Handelsunternehmen sowie die korrekte Abgrenzung aperiodischer Aufwendungen.

  1. Schauen Sie bei den unterjährigen Bestandskonten in der Summen- und Saldenliste insbesondere darauf, ob sämtliche Eröffnungs­bilanz­werte nicht nur eingebucht, sondern auch mit den Schlussbilanzwerten des Vorjahres über­einstimmen. Hierbei haben wir oft unser „blaues Wunder“ erlebt.
  2. Bei Planzahlen für die Unternehmenszukunft steht folgende Frage im Vordergrund: Wurden die Ertragsplanungen von der Marktseite, d.h. den Absatzpotentialen über die Kosten hin zum Ergebnis geplant oder stand nicht vielmehr ein Zielergebnis im Vordergrund, was dann planerisch lediglich durch ein mathematisches Auffüllen des Umsatzes erreicht wurde?

Klar: In die berühmte „Glaskugel schauen“ kann niemand. Aber: Je ausführlicher die Kommentierungen zu den Zahlen sind, je klarer ein ausstehender Dritter die Argumentationsketten nachvollziehen kann, die zu den Planzahlen führen, desto qualitativ hochwertiger ist in aller Regel das Zahlenwerk.

Sicherlich: Eine abschließende Garantie wird es wohl nie geben. Unser Tipp: Checken Sie doch einmal Ihr Zahlenwerk anhand der oben angeführten Punkte. Je besser die Qualität der vorgelegten Unterlagen ist, desto belastbarer können Sie eine betriebswirtschaftlich fundierte Aussage über das Unternehmen treffen und entsprechende Handlungsempfehlungen für die Zukunft ableiten.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

 

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

 

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf aktiv in seiner Einheit unter anderem als stellvertretender Einheitsführung, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … tätig.

 

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

 

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor