Eigenkapitalrentabilität

Kennen Sie das? Sie möchten einen gewissen Betrag über einen Zeitraum anlegen, laufen zu Ihrer Hausbank und Fragen nach dem Effektivzins der Anlage? Die Zinssätze, die Sie in der heutigen Zeit genannt bekommen, dürften Sie wenig erfreuen. – Von Negativzinsen ganz zu schweigen. Die Rendite, die Ihre Anlage abwirft, ist im Regelfall schlecht.

Bei der Kennzahl Eigenkapitalrentabilität geht es letztendlich um eine identische Überlegung. Mit wieviel Prozent verzinst sich das Eigenkapital in der Unternehmensbilanz?

Die Eigenkapitalrentabilität ist letztendlich lediglich ein Quotient aus Unternehmensergebnis / Eigenkapital * 100.

Je höher die Rentabilität d.h. der Prozentwert ist, desto renditeträchtiger ist das Unternehmen.

Im Vergleich zur Rentabilität einer alternativen Anlage…

  • sollte die Eigenkapitalrentabilität stets deutlich über der Verzinsung alternativer Geldanlagen liegen.
  • Diese betriebswirtschaftliche Forderung ist allein schon daraus begründet, dass der Kapitaleinsatz in einem Unternehmen aufgrund des hohen Risikogehaltes nicht mit dem Kapitaleinsatz in einer mündelsicheren Anlage verglichen werden kann.
  • Eine deutliche, im zweistelligen Bereich liegende Eigenkapitalrentabilität wird in aller Regel als positiv angesehen.

Doch: Vorsicht. In einer anderen Folge haben wir bereits über den Leverage-Effekt (Hebelwirkung) diskutiert.

  • Dieser Effekt lässt sich bereits rein mathematisch begründen. Ein hoher Zähler (Unternehmensergebnis) führt in Kombination mit einem kleinen Nenner (Eigenkapital) zwangsläufig zu einer hohen Eigenkapitalrentabilität.
  • Dies veranlasst durchaus einige Unternehmen, das Eigenkapital in ihrer Bilanz klein zu halten, um damit eine hohe Rentabilität zu erzielen.
  • Betriebswirtschaftlich ist hiervon Abstand zu nehmen, denn: Sollte sich die Ertragslage einmal verschlechtern oder sogar ein Verlust ausgewiesen werden, führt dies sehr schnell zu bilanziellen Eigenkapitalproblemen in der Bilanz. Zudem kehrt sich der Hebel dann ins Negative um.

Unser Fazit: Lieber eine moderate Eigenkapitalrentabilität und dafür aber eine hohe Eigenkapitalausstattung

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