Problematik der Saisonware – Teil 2

Was mache ich mit meiner nicht verkauften (Saison-)Ware – Teil 2

Im letzten Beitrag haben wir uns primär an Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bereich des Handels gewendet. Es ging um die Fragestellung, wie professionell mit nicht verkauften Warenbeständen aus der alten Saison umgegangen werden kann. In dieser Folge möchten wir Ihnen einige weitere betriebswirtschaftliche Tipps geben, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen können.

  1. Tipp: Rückgabe von Waren
  • Sprechen Sie Ihre Lieferanten an, inwieweit sie bei diesen Chargen zurückgeben können. Ein Versuch ist es zumindest wert. 
  1. Tipp: Verlängerung der Zahlungskonditionen/Stundungen
  • Gleiches gilt für die aktuellen Zahlungsbedingungen
  • Besteht die Möglichkeit, die bald fälligen Valuten zu verlängern
  • Optimal wäre es, wenn Sie diese Verlängerung in eine klare Vereinbarung gießen könnten. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie auch mit anderen Gläubigern oder Ihrer Hausbank Zugeständnisse hinsichtlich Ihrer Liquidität diskutieren müssen.
  1. Tipp: Pflegen Sie Ihre Zahlungsziele in der Buchhaltung ein
  • Bitten Sie zudem Ihre Buchhaltung, dass die Verlängerung der Zahlungsziele unbedingt auch in Ihrer Finanzbuchhaltung erfasst wird. Nur so können Sie es vermeiden, dass Ihre Finanzpartner später bei der Durchsicht der Offenen Postenliste der Kreditoren „ graue Haare bekommen“.
  1. Tipp: Bewerten Sie Ihren Warenbestand unter dem Gesichtspunkt „Liquidität“
  • Schätzen Sie jetzt einmal, bezogen auf die von Ihnen durchgeführten Selektionskriterien 1-6 ab, welche Verkaufspreise Sie bei einem Verkauf der Chargen noch erzielen können. 
  • Gehen Sie hier bewusst pessimistisch aus der Sicht einer vorsichtigen Kauffrau bzw. eines vorsichtigen Kaufmannes vor. Durch die bereits beschriebenen AutoFilter können Sie jetzt die kurzfristig realisierbaren Liquiditätspotenziale einfach ablesen. 
  • Nach wie vor gilt: Je höher Ihr Liquiditätsdruck ist, desto weniger werden Sie voraussichtlich für Ihren Warenbestand erzielen können. Oftmals beißt sich hierbei die Katze in den Schwanz.
  1. Tipp: Veräußern Sie die Waren zeitnah
  • Überlegen Sie zudem einmal, an wen Sie die als problembehaftet angesehenen Chargen zeitnah veräußern können. Auch wenn die Preise vermutlich sehr unzureichend sind: Schließen Sie auch gewerbliche Aufkäufer nicht aus, es sei denn, dass Sie nach wie vor über genügend Liquiditätspotenziale verfügen.

Sind Sie noch aufnahmefähig? 

Ganz ehrlich: Es ist schon eine komplexe Materie, die zudem auch emotional Schmerzen verursacht. Letztendlich geht es um die Existenz Ihres Unternehmens. In weiteren Schritten geht es nun darum, die Höhe des Kapitalbedarfs zu ermitteln und mit dieser Höhe professionell umzugehen. Auch hierfür haben wir weitere Tipps für Sie vorbereitet. Welche das sind erfahren, Sie im nächsten Beitrag

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