Richtsatzsammlung der Finanzbehörden zur Plausibilisierung des Materialeinsatzes – Teil 2

Die Richtsatzsammlung zur Verprobung und Schätzung von Unternehmen und Gewinn der Finanzbehörden ist ein gutes Medium, mit der die Belastbarkeit des Materialeinsatzes bzw. des Rohertrages und damit des Ergebnisses bei Handelsunternehmen aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive heraus vorgenommen werden kann. Die Grundzüge hierfür haben wir im letzten Beitrag erläutert.

Heute möchten wir dies anhand eines praktischen Beispiels darstellen.

Gehen wir von folgenden Eckdaten aus, die sich auf ein Handelsunternehmen aus dem Bereich Computerhandel/Softwarehandel beziehen.

Demnach weist die Gewinn- und Verlustrechnung ein Ergebnis von 36.000 € bei einem Materialeinsatz von 70 % aus. Die korrespondierende Bilanz zeigt einen Warenbestand in Höhe von 600.000 €. Ein quotaler Materialeinsatz von 70 % entspricht logischerweise einem quotalen Rohertrag von 30 %. Diese Werte sind aus der GuV ersichtlich.

Nehmen wir an, dass für Unternehmen dieser Branche laut Richtsatzsammlung für Umsatzvolumen über 250.000 € Rohgewinn d. h. ein Rohertrag von 35 % durchschnittlich erzielt würde.

Wäre nun bei den erzielten Umsatzerlösen der branchenübliche Rohertrag von 35 % erzielt worden, ergäbe sich folgende Betrachtung:

Der Rohertrag läge um 150.000 € über dem in der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens ausgewiesenen Wert.

Hieraus sind folgende Rückschlüsse zulässig:

Das Unternehmen hat spürbare Optimierungspotenziale nämlich dann, wenn es seine Handelsmarken beispielsweise eine verbesserte Vermarktung, Preiserhöhungen usw. an die Branchenwerte annähern kann.

Denkbar ist aber auch, dass die eigentliche Handelsspanne des Unternehmens in Wirklichkeit höher ist. Bilanzpolitische Maßnahmen haben aber dazu geführt, dass die Handelsspanne in der Gewinn- und Verlustrechnung bewusst niedriger ausgewiesen wurde, um den Ergebnisausweis zu reduzieren.

Sollte der letzte Fall ursächlich sein, wäre dies ein klassisches Indiz dafür, dass die Vorratsbestände restriktiv bewertet wurden.

Schauen wir uns gemeinschaftlich einmal die folgenden Grafiken an.

Grafik eins: vorläufige Daten vor Bilanzpolitik

Grafik zwei: Durch enge Auslegung des Niederstwertprinzips wurden die Warenbestände auf 600.000 € abgewertet.

Diese Abwertung muss buchhalterisch nachvollzogen werden. Der Buchungssatz lautet:

per Aufwand an Warenlager 150.000 €

Wenn jetzt als Aufwandskonto der Materialaufwand in der GuV angesprochen wird, dann ergibt sich folgendes Bild:

Der Materialaufwand hat sich um 150.000 € erhöht, im Gegenzug haben sich die Vorräte in der Bilanz um 150.000 € reduziert. Das Ergebnis wurde entsprechend schlechter.

Fazit: Die Warenbestände sind bei vielen der Handelsunternehmen die dominierende Bilanzposition auf der Aktivseite. Über die Bewertung des Warenbestandes kann das Ergebnis stark in positiver aber auch in negativer Richtung beeinflusst werden. 

Die angeführte Richtsatzsammlung ist ein mögliches Tool, mit deren Hilfe die Belastbarkeit des Materialeinsatzes und damit letztendlich auch des Vorratsvermögens grob plausibilisiert werden kann.

Seminare

Praxisnah, effektiv, nachhaltig
– Wie wir trainieren

PETER SCHAAF

GESCHÄFTSFÜHRER

 

Ein Sprichwort sagt: Nur wenn das Feuer in dir brennt, kannst du es bei anderen entfachen. Nach diesem Prinzip gestalte ich meine Seminare. Abwarten und reagieren – das ist nicht meine Sache; aktives und zeitnahes Handeln zeichnet mich aus. Dieses Feedback erhalte ich auch immer wieder von Kunden und Teilnehmern. Denn den gewünschten Effekt kann man nur dann erzielen, wenn die vorgeschlagenen Handlungsmaßnahmen bzw. Seminarinhalte auch umgesetzt werden. Auf dieser Überzeugung baue ich meine Arbeit auf.

Beruflicher Werdegang

  • Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bonn
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit den Schwerpunkten Bankbetriebslehre, Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
  • Dreijährige Tätigkeit im gewerblichen Aktivgeschäft der Sparkasse Bonn in den Bereichen Marktfolge und Markt
  • Langjährige Managementerfahrung als „Sparringspartner“ für mittelständische Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Themenstellungen wie Finanzierung, Controlling oder Sanierung bei renommierten Beratungsgesellschaften
  • Zudem umfangreiche Erfahrung als Dozent aus mittlerweile mehr als über 2.000 Seminartagen
  • Erfolgreicher Abschluss der Lehrgänge zum „Zertifizierten Unternehmensberater CMC/BDU“ sowie „Zertifizierten Restrukturierungs- und Sanierungsexperte RWS“

 

Neben dem beruflichen Werdegang zieht sich die Thematik des „Troubleshooting“ seit vielen Jahren über die private Seite des Unternehmensberaters Peter Schaaf.

So trat er 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Bonn ein und durchlief eine „klassische Feuerwehrkarriere“ von der Grundausbildung, dem Truppführer Lehrgang bis hin zum Abschluss des Gruppenführerlehrgangs im Jahr 1997. 2010 erhielt er vom Innenminister des Landes NRW das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Im Jahr 2020 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Zugführer am Institut der Feuerwehr in Münster und erlangte damit die Qualifikation, einen kompletten Feuerwehrzug (rund 24 Einsatzkräfte) im Einsatzgeschehen führen zu können.

Auch heute noch ist der Brandinspektor Peter Schaaf aktiv in seiner Einheit unter anderem als stellvertretender Einheitsführung, Vorsitzender des Fördervereins und, und, und … tätig.

 

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold_Peter Schaaf

 

Ausbildung und Qualifikationen bei der Feuerwehr

  • 1988 Grundausbildung
  • 1990 Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
  • 1991 Führerschein für LKWs und Feuerwehrfahrzeuge
  • 1992 Ausbildung zum Maschinisten
  • 1996 Ausbildung zum Truppführer
  • 1997 Ausbildung zum Gruppenführer
  • 2020 Ausbildung zum Zugführer

Beförderungen:

  • 1989 Feuerwehrmann
  • 1993 Oberfeuerwehrmann
  • 1997 Unterbrandmeister
  • 1999 Brandmeister
  • 2002 Oberbrandmeister
  • 2010 Hauptbrandmeister
  • 2020 Brandinspektor